Rituale im Prozess von Leben und Sterben

Sterben für Anfänger oder die Kunst am Leben zu bleiben Frühere Seminare (2015-2021)

Frühere Programme

2021

Eine Feier der Lebendigkeit
Unterscheid von Feier und Fest
Die Umstülpung des Rituals. Ein Bezug in die Ordnung des Kosmos nicht durch ein gemeinsames Narrativ, sondern durch gemeinsame Haltung, Wille, Tat.
Teilhabe an der gemeinsam geteilten Lebendigkeit.. Wo ist diese Lebendigkeit für jeden von uns.
Format: Calling Questions 124 alle

•    Wie können wir die Welt als lebendig und geteilt mit anderen Wesen erfahren und verstehen?

•    Welche Folgen ergeben sich daraus?

•    Was sind die Rückschlüsse dieser Erfahrung in Bezug auf unsere Endlichkeit?


Fier und Ritual auf Cresta Falera
Fest im Atelier

Begleitung von Sterbenden mit dem Terapiehund Heroe, Mia Haller aus Männedorf.


Programm 2020
Rituale im Prozess von Leben und Sterben

Geburt und Erwachsenwerden, Heirat und Scheidung, Sterben und Trauer hatten im Laufe der Menschheitsgeschichte ihren Sitz im Leben der Gemeinschaft in Form von Ritualen. Da die Gemeinschaft sich immer mehr individualisiert, sind auch die Rituale in der Veränderung.
Der Kurs versucht alte/neue Rituale zu verstehen und zu eigenen Vorstellungen und gemeinsamem Feiern zu gelangen.

Unser Kurs wird den Ritualen für Individuum und Gemeinschaft gewidmet sein. In Kunst und Musik, in Philosophie und Psychologie. In Form von Übungen, Bewegungen, im Singen, im Fragen und Austauschen und im Feiern.

Und wir fragen schon wieder: Marschiert du noch oder tanzt du schon?


Weitere Seminare:


Der Körper 2015
Das Thema Sterben von seiner ganz irdischen Seite:
– Wie mache ich mein Testament, Patientenverfügung, Vorsorgeauftrag, Generalvollmacht
– Der Prozess des Sterbens, Palliativcare
– Begleiteter Suizid, Sterbefasten,
– Meine Beerdigung
– Der Pfad der Trauer?


Gast: Jörg Schnetzler Finanzberater


Die Seele 2016
Das Thema als Frage nach den Vorstellungen und dem Glauben, was nach dem Tode kommt
– Ein kurzer Blick in die Geschichte von 5000 Jahren Jenseitsglauben.
– Wie entsteht Glaube?
– Ein Agnostiker gibt sich die Ehre (Man kann nur das Nichtwissen wissen)
– Kann man mit den Verstorbenen sprechen?

Mit: Rene Grossheinz Arzt, Peter Werder Agnostiker, Anouk Claes, spirituelle Lehrerin


Der Geist 2017
Das Thema als Frage nach der Individualität
– Narziss und das Bild des Menschen
– Die grosse Spaltung
– Philosophia perennis
– Gnotise heauton (erkenne dich!) oder die Frage nach dem Selbst
– Von der Erfahrung zur Freiheit vom Wunder zum Staunen

– Glauben heisst Erfahrungen interpretieren

Mit: Monika Tresch, Botschaften aus dem Jenseits

Wahrnehmung und Sinn 2018

– Was bedeutet wahr – nehmen im Bezug auf werden sein vergehen?
– Ist die Welt absolut oder nur das, was wir in ihr sehen?
– Kann man sterben lernen und wenn ja wie?
– Was ankert uns ins Lebe? Wie lösen wir Anker, die uns hindern?
– Der Unterschied von Wirklichkeit und Realität
– Die Erfahrung des Eins Seins
– Das Buch des Lebens
– Das Paradies, das wir selber sind
– Testament, Vorsorgeverfügung, Generalvopllmacht, was hat sich in den letzten Jahren verändert

Konzert/ mit Neneh Alexandrovic und ihren Musikern

Lesung aus dem unveröffentlichten Buch von linard Bardill: „die Insel, 12 Tage Gesang“
Jörg Schnetzler Finanzberater


Eros und Tanathos 2019

– Das Gesetz nach dem du angetreten
– Das Licht auf unser Leben scheint vom Ende her
– Die Funktion des Orgasmus und der Trieb zum Tode,
– Versteinerung und Befreiung der Lebenskräfte
– Ballengang
– Zur Welt kommen und Sterben beides ein Akt der Liebe
– die Grenzen des hypokratiscvhen Eides

Öffentliche Lesung von Ruth Schweikert aus dem Buch Tage wie Hunde 2018
Im Gespräch mit Chasper Bardill, Palliativmediziner anm KS Winterthur
Shefali Brown, Hausdgeburten Hebamme



DER TOD UND DIE FRAU

Als die junge Frau ihren Garten bestellte, kam der Tod vorbei und sagte, sie solle sich bitte beeilen, der Frühling sei schon da, und wenn sie nicht bald aussäe, würde sie im Winter vor Hungers sterben. Die junge Frau bedachte die Worte des Todes, stach den Boden um, setzte Kartoffeln, pflanzte Rüben, band die Büsche hoch und füllte den Brunnen. Im Sommer kam der Tod wieder und machte die junge Frau darauf aufmerksam, dass sie jäten solle, sonst würde das Unkraut so überhand nehmen, dass es Im Herbst nur eine magere Ernte gebe. Die Frau riss das Unkraut aus und freute sich an ihren Blumen und am Salat, am keimenden Gemüse und an den Kartoffeln, die tüchtig ins Kraut schossen. Im Herbst kam der Tod und erbat sich Johannisbeeren. Weil sie noch zu sauer waren sagte er der Frau, sie solle die Beeren einmachen, sobald sie so richtig reif wären. Die Frau lächelte und füllte saure Gurken ein, machte Rhabarberkonfitüre und Johannisbeerengelee, erntete die Kartoffeln und las die Nüsse zusammen, sie brachte den Kohl ein und grub Karotten aus. Im Winter kam der Tod und sagte ihre Zeit sei gekommen. Die Frau die inzwischen alt und weise geworden gab dem Tod einen Löffel Johannisbeerengelee. Dann setzten sich die beiden auf die Bank im Garten, assen ein paar getrocknete Pflaumen und sprachen von dem und diesem. Vorbeigehenden hätte es vorkommen können, als wären sie schon lange ein Paar.



Über Linard Bardill:Linard Bardill beschäftigt sich seit Jahren mit dem orfischen Thema der Sängerkönige der Antike, die neben der Kunst des Gesanges die schamanische Aufgabe der Vermittlung zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten  übernahmen. Er macht  seit Jahren „Bettkantenkonzerte“ in vielen Schweizer Kinderspitälern, begleitet Sterbende in Kliniken und Altersheimen und hat sich intensiv mit der Geschichte der Jenseitsvorstellung der verschiedenen Religionen und Kulturen beschäftigt.

Über Linard Bardill

Linard Bardill ist studierter Theologe, hat die Kanzel aber früh mit der Bühne getauscht .

„Heute ist das Sterben und der Tod, vor allem aber die Beschäftigung nach dem, was danach kommt oder nicht kommt, tabuisiert. Achtzig Prozent des Geldes, das wir von der Krankenversicherung beanspruchen, brauchen wir im letzten Lebensjahr. Wir kennen die „aus moriendi“, die Kunst des Sterbens nicht mehr, und darum liegt auch die „ars vivendi“ die Kunst zu Leben im Argen. Das Todestabu zu entkrampfen und in die Offenheit zu bringen, kann Luftschächte freischaufeln und wirkt vom Sterben her klärend und befreiend auf das Jetzt und Heute, auf das Leben.“


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